






In Tim Beckers neuen Bildern dienen vornehmlich Landschaften als Basis für die Komposition. Ein wichtiges Schlüsselbild ist die Fotografie einer Brandungswelle an der Küste. In diesem Motiv ist der Zustand der ewig rollenden Brandung "eingefroren". Zwischen der weißen Gischt der Wellenkrone und der tieferen weißschaumigen Oberfläche des Wassers klafft nur für einen kurzen Moment ein natürlicher Spalt, so schwarz und tief, dass er auch ein verborgener Eingang zu einer anderen Dimension oder Welt sein könnte.
Diese imaginäre Tür führt für Becker direkt in eine Art Universum und dessen freie Strukturen macht er sichtbar– teilweise, wie eine erklärende visuelle Fußnote, als schwarzer Streifen über dem Fotomotiv oder auch direkt, als weitere Ebene aufgebracht.
Die grafischen Universums-Metaphern lassen an Sternenbilder oder -kombinationen erinnern, könnten aber auch als eine Art Formel oder Struktur verstanden werden, die in sich beweglich erscheint. Auch klingen wieder sichtbar gemachte Vernetzungsstrukturen an, wie man sie schon aus anderen Werken Beckers (z.B. amIreal) kennt.
In der Art ihrer Verknüpfung generieren die sichtbaren Bildebenen und die Objektgestaltung eine weitere metaphysische Verstehensebene.
Tim Becker schafft erkennbare Landschaftssymbole, die sich in der näheren Betrachtung allerdings auflösen und zu etwas viel Weitergefasstem und Transzendiereden werden, einem Versatzstück oder mikrokosmischem Verweis auf das, was wir für das Universum halten.